Deutsche Fechtbücher
Im Mittelalter entstanden in Deutschland, bzw. dem deutschen
Sprachraum soviele Fechtbücher wie in keinem anderen Gebiet zu dieser
Zeit. In Italien gab es zwar auch Fechtmeister die Handschrifften verfassten
(z.B. Firore dei Liberi und Philippo Vadi), aber es sind erheblich mehr
Werke Deutscher Meister bekannt. Erst im 16. Jahrhundert übertrifft
die Zahl der italienischen Publikationen die der deutschen. Dieser Wechsel
geht einher mit dem Aufkommen des Rapiers und der sog. italienischen Schule.
Nichts desto trotz wurde in Deutschland immer noch eine große Zahl
Fechtbücher geschrieben und veröffentlicht, wie man an der Bibliographie
Deutscher Fechtbücher bis 1700 erkennen kann.
Das
erste bekannte deutsche Fechtbuch ist das sog. Towerfechtbuch I.33. Es
stammt aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert und beschreibt in Lateinischer
Sprache anhand viele kolorierter Abbildungen den Kampf mit Schwert und
Faustschild.
Eine wahre Masse von Handschriften tradierte die Lehre von Johannes Liechtenauer,
die sein Schüler Hanko Döbringer 1389 zum ersten mal niederschrieb.
Nach Döbringer tradierten andere Fechtmeister Liechtenauers Lehre,
z.B. Ringeck, Paulus Hector Meier und Paulus Kal um nur einige zu nennen.
Neben diesen Werken gibt es auch einige wenige Fechthandschriften, die
nicht mit der Liechtenauerschen Lehre in Verbindung gebracht werden können.
In
der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts fand das Rapier auch Einzug
in Deutschland und beeinflusste die Fechtweise und Fechtbücher nachhaltig.
Hier ist besonders das Fechtbuch von Joachim Meyer bemerkenswert, welches
1570 zum ersten mal erschien und später noch mehrmals aufgelegt wurde.
Neben dem Rapier behandelt es mit dem Langen Schwert, dem Dusack, dem
Dolch und Stangenwaffen von der Hellebarde bis zur Pike alle gebräuchlichen
Fechtwaffen dieser Zeit sehr ausführlich. Meyer konzipierte sein
Werk als allgemeinverständliches Lehrbuch für jedermann. Sein
besonderes Augenmerk richtete er auf die Fechtweise mit dem Rapier, da
er bei seiner Leserschaft kein Hintergrundwissen zu dieser Waffe voraussetzen
konnte, was bei den anderen behandelten Waffen der Fall war, da sie allgemein
verbreitet waren.
Im frühen 17. Jahhundert kam es aus heutiger Sicht
geradezu zu einer Schwemme von Veröffenlichungen von Fechtbüchern.
1606 erschien das Werk von Salvatore Fabris, einem Italiener am Hofe von
Christian IV. von Dänemark. Allerdings währe es wohl etwas übertrieben
dieses herausragende und epochemachende Werk als deutsches Fechtbuch bezeichnen
zu wollen, nur weil Christian IV. auch Herzog von Holstein und somit Lehnsmann
des Kaisers war.
1611
- 12 erschienen ettliche Fechtbücher, die sicher von Fabris Werk
beeinflußt waren. uvon verschiedenen Autoren
Der Schwerpunkt unserer Forschungsarbeit
liegt bei den Fechtbüchern, die von deutschen Fechtmeistern verfasst
wurden.
Transkriptionen
und eine Bibliographie
Deutscher Fechtbücher bis 1700.
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