Fechtbücher
Unter
dem Begriff Fechtbücher werden verschiedene Formen von Handschriften
und Drucken zusammengefasst, die sich alle mit Kampf mit Blankwaffen beschäftigen.
Einige dieser Werke waren nur als Gedächtnisstütze für
den Fechtmeister gedacht während andere den ausgebildeten Schülern
dieser Meister als Erinnerung an das Erlernte dienten und wieder andere ein Selbststudium des Fechtens ermöglichen
oder zumindest den Untericht eines Meisters ergänzend begleiten sollten.

Die ersten bekannte Fechtbücher treten in der zweiten Hälfte
des 13. Jahrhunderts auf. Als erster deutscher
Vertreter dieser Gattung gilt das reichlich illustrierte sog. Towerfechtbuch,
MS. I.33, das auf das ausgehende 13. Jhd. datiert wird. In ihm ist in
lateinischer Sprache der Kampf mit Schwert und Faustschild beschrieben.
In größerer Zahl treten Fechtbücher jedoch erst ab dem
Ende des 14. Jahrhunderts auf. Ab dieser Zeit entstanden mehrere Werke,
die zunächst nur die Lehre des Fechtmeisters Johann Liechtenauers
tradieren und erläutern. Nur wenige Werke beschreiben eine von Liechtenauers
Lehre unbeeinflusste Fechtweise. In späteren Werken wurde die Beschreibung
der Fechtweise häufig durch eine Ringkampflehre, in der Regel die
des Juden Ott, ergänzt.
Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts handelt es sich bei diesen Büchern
um reine Texthandschriften, d.h. sie sind nicht illustriert. Ab der Mitte
des 15. Jahrhunderts treten Bildhandschriften wie die von Hans Talhoffer
in den Vordergrund, bei denen die Illustrationen die entscheidenden Informationsträger
sind, während dem Text nur noch eine bestenfalls ergänzende
Funktion zufällt. Mit dem Aufkommen gedruckter Fechtbücher tritt
die geschrieben Beschreibung wieder in den Mittelpunkt und die Grafiken,
soweit vorhanden, dienen zur Veranschaulichung des Geschriebenen.
Neben
der Bibliographie Deutscher Fechtbücher
bis 1700 und Transkriptionen
von Teilen einiger dieser Fechtbücher finden sie unter Fechtbücher
im WWW eine Verlinkung zu allen im World Wide Web verfügbaren
Fechtbüchern samt Kurzbeschreibung, wobei auch nicht-deutschsprachige
Werke berücksichtigt werden. Diese Liste ist beiweitem nicht vollständig
- wenn Sie eine entsprechenden Kurzrezension eines noch nicht behandelten
Werkes (oder Ihre Meinung zu einem bereits behandelten Buch) schreiben
wollen - wir veröffentlichen sie an dieser Stelle gerne.
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