Das Rapier
In der Mitte des 16. Jahrhunderts erscheint eine neue Blankwaffe in Europa: Das Rapier. Diese Variante des Schwertes war Waffe und Repräsentationsgegenstand zugleich, denn das Schwert wurde in dieser Zeit Teil der Garderobe eines vornehmen Mannes. Es signalisierte die Bereitschaft und das Privileg, die eigene Ehre mit dem Schwert zu verteidigen. Edelleute, wohlhabende Bürger und alle, die Anspruch auf gesellschaftlichen Rang erheben wollten, unterstrichen dies durch das Tragen eines Rapiers. Auch die Deutung des Wortes Rapier = spanisch "Espada Ropera", "zur Garderobe gehörendes Schwert", weist in diese Richtung.
Aus dieser sozialen Funktion ergibt sich auch die waffentechnische, denn das Rapier war vorwiegend als Duell- bzw. Selbstverteidigungswaffe und nicht für den militärischen Einsatz gedacht.
Das Gewicht eines Rapiers liegt meist zwischen 1100 und 1400 Gramm bei ca. 120 cm Gesamtlänge. Die mit einer Fehlschärfe versehene Klinge hat häufig einen rhombischen Querschnitt und verjüngt sich zu einem spitzen Ort. Die Klingenbreite an der Stärke beträgt meist zwischen 2,5, und 3 cm. Abweichungen von dien Werten sind üblich, da es noch keine im modernen Sinne normierte Fertigung gab1.
Zur Selbstverteidigung eignete sich das Rapier sehr gut: Die Hand des Fechters war durch im Laufe der Zeit immer komplexer werdende Gefäße aus Metallspangen so gut geschützt, dass der Zivilist auf den Panzerhandschuh des Soldaten verzichten konnte. Der über die Fehlschärfe gelegte Zeigefinger erlaubte exaktere Stiche, die gegen ungepanzerte Gegner sehr wirkungsvoll eingesetzt wurden. Darüber hinaus eigneten sich viele Rapierklingen aber auch weiterhin durchaus für den Hieb.
Dies zeigt etwa ein im Jahre 1570 von dem Straßburger Fechtmeister Joachim Meyer veröffentlichte Fechtbuch, in dem das Fechten mit dem, so Meyer, " von fremden Völkern übernommenen Rapier" ausführlich neben anderen, traditionelleren Waffen wie dem langen Schwert und dem Dussack besprochen wird.
Während der Ursprung des Rapiers in Spanien bzw. Italien zu suchen ist, begründetet
Meyer, der das Rapierfechten nach eigenem Bekunden im Ausland lernte, mit seinem Buch gewissermaßen die Schule des Deutschen Rapiers, das auf Hieb und Stich gefochten wurde. Der anderweitig weit verbreiteten Variante Rapier und Dolch widmet Meyer nur wenige Seiten, er hat also das Rapier allein als vollwertige Waffe für Verteidigung und Angriff angesehen.
Ab der Mitte des 17.Jahrhunderts werden Rapierklingen zunehmend schmaler und auf den Stich berechet. Damit einher gehen die /content/vereinfachung der Gefäßes und die Kürzung der Klinge. Die Entwicklung des Rapiers zum Hofdegen, einer leichten und schnellen Duellwaffe, zeichnet sich ab.
Quellen
Der von uns vermittelte und praktizierte Fechtstil mit dem Rapier stammt aus Joachim Meyers Gründtliche Beschreibung der [...] Kunst des Fechtens [...] von 1570.Darüberhinaus beschäftigen wir uns mit weiteren deutschen, italienischen und englischsprachigen Quellen zu dieser Waffe.
Die Waffe der Freifechter
Das Rapier besteht aus einer 100 cm langen stumpfen, rel. flexiblen Klinge und einem Spangengefäss.
Die komplette Waffe wiegt ca. 1250 Gramm und läßt sich dank entsprechender Schutzkleidung frei auf Hieb und Stich fechten.
Gesamtlänge: 125,0 cm; Klingenlänge: 100,0 cm; Klingenbreite: ;
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