Christoph Krahwinkel
c.krahwinkel@freifechter.org
Den ersten Schwertkämpfern seines Lebens begegnete Christoph Krahwinkel (Jahrgang 63) zwischen Buchdeckeln und schon bald wuchs in ihm der Wunsch, es den Nibelungen, oder Dumas` Musketieren gleichzutun. Während des Literaturstudiums ab 1982 begann er mit modernem Sportfechten.
Sein ausgeprägtes Interesse an Blankwaffen und Militärgeschichte machte Ihm jedoch bald bewusst, wie weit sich das moderne Sportfechten vom Fechten als Kampfkunst entfernt hat: viele der in ersterem anwandten Techniken sind nur dank des entsprechenden Regelwerks (Doppeltreffer schalten nicht beide Fechter aus!) oder der extrem leichten und flexiblen Waffen möglich. Sportfechten erwies sich als ungeeignet, Auskunft über die Fechtweise in Mittelalter und Renaissance, ja sogar über das militärische Fechten im 19. Jahrhundert zu geben. Zudem stieß er in der Literatur zum Sportfechten immer wieder auf die provokante - und wie sich heraus stellen sollte ignorante - Aussage, vor dem 18. Jahrhundert habe "das Fechten aus kunstlosem Dreinschlagen" bestanden.
Sein Wunsch, mit historisch korrekten Waffen authentische Fechttechniken zu erlernen bewog ihn 1992, sich einer Mittelaltergruppe anzuschließen, die sich nicht dem Schaukampf, sondern dem Freikampf verschrieben hatte. In diesem Rahmen erlernte er das Fechten mit dem Rapier, und zwar erstmalig auf der Grundlage zeitgenössischer historischer Quellen. Allerdings gab es auch hier Regelwerke und "Vereinstraditionen", die eine angemessene Erforschung und Umsetzung der historischen Quellen auf Dauer behinderten.
In Stefan Dieke fand er einen Gleichgesonnenen, der unabhängig von Gruppentraditionen die Erforschung historischer Kampftechniken anhand von zeitgenössischen Fechtbüchern betreiben wollte. Ergebnis dieser langjährigen Freundschaft und Zusammenarbeit war die Gründung der Freifechter e.V. im Jahr 2000.
Neben dem aktiven Fechten gehören die Geschichte der Fechtkunst sowie Militärgeschichte zu Christophs langjährigen Interessengebieten.
Bei den Freifechtern erforscht und trainiert er derzeit das lange Schwert, das Rapier und den Militärsäbel.
Im bürgerlichen Leben betreibt Christoph eine Sprachenschule und lebt mit Frau Maria und Söhnchen David in Köln.